Gemeiner Scheibchen – Tintling (Parasola plicatilis)

Vor ein paar Tagen entdeckte ich neben einer meiner Tomatenpflanzen einen kleinen Pilz.
Ich habe ihn natürlich fotografiert und dann als einen Tintling bestimmt.
Sicher war ich mir aber nicht…

Eine vernünftige Bestimmung wäre durch ein Mikroskop möglich gewesen. Ein Mikroskop habe ich zwar, aber bei der mikroskopischen Bestimmung von Pilzen fehlt mir jegliche Erfahrung.

Gemeiner Scheibchentintling (Parasola plicatilis)

Einige Stunden später wollte ich den Pilz nochmals fotografieren … allerdings war der Pilz nicht mehr da 🙂
Das der Pilz “verschwunden” war, lieferte allerdings einen Hinweis zur Bestimmung. Es war ein Gemeiner Scheibchen-Tintling (Parasola plicatilis).
Doch warum war der Pilz verschwunden?

Tintlinge ist eine Bezeichnung für eine Gruppe von Pilzarten, die auf Holz, Torf, Dung oder Erde wachsen.
Junge Pilze haben einen eichel – bis glockenförmiger Hut, der sich später öffnet und im Alter zerfließt. D.h. die Lamellen und der Hut zerfließen tintenartig innerhalb weniger Stunden. Dies wird als Selbstverdauung (Autolyse) bezeichnet. Die Flüssigkeit tropft dabei zur Erde. In dieser Flüssigkeit sind auch die Sporen enthalten, die der Pilz somit der Erde wieder zuführt.
Der Name Tintling rührt nun daher, das früher aus der oben genannten Flüssigkeit dokumentenechte Tinte hergestellt wurde. Diese wurde dann oft mit Nelkenöl als Konservierungsmittel angereichert.

Für die Tintenherstellung wurden aber in erster Line grössere Tintlingsarten verwendet.

Der Scheibchen-Tintling kann eine Stiellänge von bis zu 7 cm und einer Stieldicke bis zu 5 mm erreichen. Die Hut kann bis zu 3 cm groß werden.
Dieser Pilz ist von Mai bis Oktober einzeln, oder in Gruppen zu finden.

Der Geruch und der Geschmack dieses Pilzes werden als unbedeutend angegeben.

Verwechslungsgefahr besteht mit dem Kahlköpfigen Scheibchen-Tintling. Dieser hat allerdings eine eher braune Hutfarbe. Da er auch kleinere Sporen hat, wäre hier mit einem Mikroskop eine genauere Bestimmung möglich gewesen. Der Kahlköpfige Scheibchen-Tintling wird als ungenießbar angegeben.

Danken möchte ich dem sehr empfehlenswerten Telegramkanal Pilz Fans, der mir mit seinem angehängten Chat bei der Bestimmung sehr weiter geholfen hat.