Der Riesen-Bärenklau (Heracleum mantegazzianum)

Der Riesen-Bärenklau wird auch Bärenkralle, Herkulesstaude oder Herkuleskraut genannt. Er stammt ursprünglich aus dem Kaukasus und wurde in Europa oder Nordamerika im 19. Jahrhundert eingeschleppt….

Doch fangen wir ganz von vorne an…

Der Riesen-Bärenklau (Heracleum mantegazzianum) stammt ursprünglich aus dem West-Kaukasus.
1895 wurde die Pflanze erstmalig in Europa beschrieben. Die wissenschaftliche Beschreibung erfolge dann 1887 durch den Botaniker – und Pflanzensammler Carlo Pietro Stefano Sommier. Dieser unternahm eine Expedition in den Kaukasus um die Pflanze zu untersuchen. Als Zierpflanze in Parks und Gärten wird der Riesen-Bärenklau in Europa aber schon vorher erwähnt. Genau ist nicht bekannt, wann die Pflanze Europa erreichte.  Sie wurde aber durch den Menschen eingeschleppt. Auf natürlichem Wege wäre dies nicht geschehen.
Der Riesen-Bärenklau wird als invasiver (eindringender) Neophyt (nicht heimische Pflanze breitet sich in neuem Gebiet aus) eingestuft.

Der Riesen-Bärenklau wächst als zwei – oder mehrjährige krautige Pflanze. Eine zweijährige Pflanze kann oft innerhalb weniger Wochen eine Wuchshöhe von bis zu drei Metern erreichen.

Die Pflanze auf dem obigen Bild ist durch einen kräftigen Regenschauer in Schieflage geraten. Am Tag zuvor war sie noch gerade und dadurch natürlich um einiges größer.
Die größte bisher gemessene Pflanze hatte eine Größe von 3,65m.
Der Stengel kann an der Basis einen Durchmesser von bis zu 10cm erreichen.

Die Laubblätter werden normalerweise bis zu einem Meter lang, können aber auch samt Blattstiel bis zu drei Meter lang werden. Die Blattbreite kann bis zu 20cm erreichen. Die Blattform ist fiederschnittig und kann drei, fünf – oder neunteilig sein:

 

Die sehr großen Blüten-Doppeldolden erreichen häufig einen Durchmesser von 30 -50cm. Die Dolden einer einzigen Pflanze können bis zu 80.000 Einzelblüten enthalten:

Die Samen des Riesen-Bärenklaus benötigen zur Aufhebung der Keimruhe Frost. Abhängig vom Klima des Standortes kann der Samen schon Anfang Februar keimen. Das ist gegenüber anderen Pflanzenarten ein Vorteil. Anfang Mai, wenn in Mitteleuropa andere Pflanzen noch nicht so stark wachsen, kann der RBK schon eine Höhe von drei Metern erreicht haben! Durch seine großen Blätter werden dann andere Pflanzen in ihrer Entwicklung behindert.

Der RBK ist eine stickstoffliebende Pflanze, hat aber ansonsten keine großen Ansprüche.

Die Samen des RBK  breiten sich durch Wind, Tiere oder auch Wasser aus.

2008 wurde der GBK zur Giftpflanze des Jahres gewählt.
In und auf der Pflanze, sowie im Wurzelsystem sind Furocumarine enthalten. Bei einem Hautkontakt passiert zuerst nichts. Wenn dann aber Sonnenlicht auf die Stellen kommt, ruft dies eine phototoxische Reaktion hervor. D. h. es setzt eine vergiftende Wirkung ein. Diese Reaktion macht sich in Form von Rötungen, Hautentzündungen, Reizungen oder in schlimmen Fällen durch Blasenbildungen bemerkbar. Dadurch können Verbrennungen ersten bis zweiten Grades ausgelöst werden. Das dies alles sehr schmerzhaft ist, brauche ich glaube ich nicht extra zu erwähnen.
Es können wochenlange nässende Wunden entstehen.
Weitere gesundheitliche Schäden, die entstehen können: Pigmentveränderungen, Fieber, Schweißausbrüche, Atemnot, Bronchitis oder Kreislaufschocks.
Diese Reaktionen können auch noch Tage später ausgelöst werden. Natürlich heißt das nicht, das wenn man mal mit einem Blatt in Verbindung kommt, die Welt dann gleich untergeht. Dann erstmal Ruhe bewahren! Die Stelle vor Sonnenlicht schützen und gründlich waschen Ggf. einen Arzt aufsuchen. Es reagiert auch jeder Mensch unterschiedlich auf einen Kontakt mit den Blättern.  Eine Frage der Empfindlichkeit…Bekanntlich sind nicht alle Menschen gleich. Den Kontakt mit dem Pflanzensaft sollte man aber tunlichst vermeiden!
Dementsprechend haben sich unsere Sensationsmedien auf den GBK gestürzt. Da kann man ja tolle Schlagzeilen raus machen! Und sowas verkauft sich gut!
Wenn der GBK irgendwo in einer Siedlung mal auftaucht, wird oft eine Absperrung aufgestellt. Dies ist aber auch sinnvoll. Gerade spielende Kinder oder auch Haustiere können leicht mit so einer Pflanze in Berührung kommen. Und wie oben beschrieben, kann das dann Probleme geben.

Sollte so eine Pflanze in Eurem Garten auftauchen und Ihr wollt diese entfernen, ist es also empfehlenswert, sich so anzuziehen, das Ihr ausreichend geschützt seid! Achja! Und den GBK mit einem Freischneider den Garaus machen zu wollen, ist keine so gute Idee! Der Pflanzensaft spritzt dann überall hin, kann auch durch die Kleidung sickern, was  vielleicht erst dann bemerkt wird,  wenn man später im Sonnenlicht steht…

Wer sehen möchte, wie fies diese Verletzungen aussehen können, kann ja mal danach googlen. Ursprünglich wollte ich auch Bilder von den Verletzungen machen. Aber mein Kollege, der sich freundlicherweise bei dem Größenvergleichsfoto weiter oben zur Verfügung stellte, reagierte auf den Vorschlag, das er sich den Pflanzensaft mal auf die Haut schmieren und dann ins Sonnenlicht gehen soll, völlig unverständlicherweise mit der folgenden Geste…

Achja…wie einige von Euch wissen, bin ich großer Musikfan und sammele auch LP´s und CD´s. Deswegen zum Abschluss dieses Artikels noch folgendes:

Die Band Genesis hat den GBK in ihrem Song „The Return of the Giant Hogweed“ verewigt. Dieser Song erschien 1971 und ist auf dem Album Nursery Cryme.

 

 

Kommentare (2) Schreibe einen Kommentar

  1. He Axel, danke für den interessanten wie auch humorvollen Beitrag. Weißt du auch, ob Efeu auch derartige Reaktionen auf der Haut auslösen kann?
    HG vd

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