Der Fliegenpilz (Amanita muscaria)

Zu den bekanntesten Pilzen überhaupt dürfte der Fliegenpiulz (Amanita muscaria) gehören.
Mit seiner roten Farbe und den weißen Punkten ist er ja auch sehr auffällig. Ein paar Informationen…

Fliegenpilz (Amanita muscaria)

Der Fliegenpilz gehört zur Familie der Wulstlingsverwandten. In Mitteleuropa kann man ihn von Juni bis in den Winter hinein finden, hauptsächlich aber von Juli bis Oktober.

Der Fliegenpilz hat einen Hut, der bis zu 18 cm breit werden kann. Meistens zwischen 5 cm und 15cm. Er hat eine rote Farbe, auf der weiße Punkte zu sehen sind.

Der Junge Pilz hat einen kugeligen oder halbkugeligen Kopf…

Ältere Pilze werden dann scheibenförmig.

Der Stiel dieses Pilzes ist zwischen 8 und 20 cm lang und 1,5 bis 3 cm dick. Er ist weiß und hat einen runden Querschnitt.
Auf der Unterseite des Fliegenpilzes befinden sich die Lamellen, die ebenfalls weiß sind.

Besonders oft kann man den Fliegenpilz unter Fichten und Birken finden. Seltener unter anderen Bäumen. Einige der hier zu sehenden Pilze wuchsen allerdings unter einer Blutbuche.
Bevorzugt wächst der Fliegenpilz auf sauren Böden.

Das Verbreitungsgebiet des Fliegenpilzes umfasst die gemäßigten Klimanzonen Nordamerikas, Nordasiens und Nordeuropas.

Fast jeder wird schon gehört haben, das dieser Pilz giftig ist. Das stimmt auch, ist aber mengenabhängig und längst nicht so schlimm, wie allgemein angenommen wird:

Die Vergiftungserscheinungen bei diesem Pilz werden unter der Bezeichnung Pantherina-Syndrom zusammengefasst. Nach Einnhame dauert es zwischen 0,5 und 3 Stunden, bis die Wirkung eintritt. Die Symptome, die dann eintreten können: Verwirrung, Sprachstörungen, schwankender Gang, starke Unruhe, Mattigkeit, Angst, Depressionen, aber auch Euphorie und (starke) Glücksgefühle. Das Orts – und Zeitgefühle werden verzerrt. Man kann schweben und hat Halluzinationen. Dann kommt Müdigkeit auf und ein tiefer Schlaf von 15 – 20 Stunden folgt. Nach Erwachen fühlen sich die Personen meist erholt und haben keine Erinnerung an den Rausch, der durch die Vergiftung ausgelöst wurde.

Die Rauschzustände werden durch Muscimol ausgelöst, dem Hauptwirkstoff des Pilzes. Dieser Wirkstoff entsteht allerdings erst durch Trocknung des Pilzes. Die Ibotensäure zerfällt dann zu Muscimol.

Laut Wikipedia müsste man 10 Fliegenpilze essen, um eine tödliche Dosis zu erreichen. Es gibt keinen dokumentierten Todesfall, der sich ausschließlich auf den Verzehr von Fliegenpilzen zurückführen lässt.

Wie oben bereits beschreiben, macht sich die Vergiftungserscheinung in Form eines Rausches bemerkbar. Diese Rauschwirkung wird seid Jahrtausenden von einigen Völkern für Riten benutzt. Die Schamanen der sibirischen Völker sammelten Fliegenpilze.
Bei einigen Völkern gilt das Fleisch des Pilzes als göttliches Fleisch, dessen Verzehr in eine spirituelle Welt führt

Auch in der europäischen Kultur hat der Fliegenpilz seine Spuren hinterlassen:

In der germanischen Mythologie wird der Fliegenpilz dem Gott Wotan zugeordnet. Demnach wuchsen diese Pilze neun Monate später an den Stellen, an dem dem Pferd Wotans Schaum aus dem Maul tropfte.

Im Mittelalter wurde der Fliegenpilz mit Hexen und Zauberei in Verbindung gebracht.

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In der Literatur wurde der Fliegenpilz erstmals 1440 im Kräuterbuch von Johannes Hartlieb erwähnt.

Eine kleine Warnung zum Ende dieses Artikels:

Nur weil bis jetzt kein direkter Todesfall nachgewiesen wurde und der Fliegenpilz rauschähnliche Zustände auslösen kann, würde ich KEINEM empfehlen diesen Pilz zu verzehren!!!

Kommentar (1) Schreibe einen Kommentar

  1. Na, das ging ja schnell Axel!
    Die Fliegenpilze sind wirklich hübsch anzuschauen. Danke für die schönen
    Aufnahmen! Gruß Ulla

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