Ein paar Worte zur frühen Mahd

Seid ein paar Wochen ärgere ich mich immer wieder über die gemähten Felder!
Warum erfahrt Ihr in diesem Blog…


Momentan sind die Wiesenbrüter noch am brüten. Oder ziehen Ihr noch nicht flugfähige Brut auf.
Aus diesem Grund gibt es auch die Leinenpflicht für Hunde. In Niedersachsen gilt diese Pflicht vom 01.04. bis zum 15.07. jeden Jahres. Bei Zuwiderhandlung kann ein Bußgeld auferlegt werden.
Dies wird gemacht, damit die frei laufenden Hunde kein Nest plündern oder den Nachwuchs töten.
So weit…so gut…ABER:

Soweit das Auge reicht…gemähte Wiesen!

Die Wiesen sind auf einer Fläche von zig Quadratkilometer gemäht
Wenn ich also meinen Hund auf dem (meist auch gemähten) Seitenstreifen laufen lasse, in dem eh nicht gebrütet wird,  werde ich ab und zu angesprochen. Es droht auch ein Bußgeld und die Jäger regen sich auf. Aber die Wiesen, auf denen mit Sicherheit gebrütet wurde, dürfen auf GROSSER FLÄCHE gemäht werden???!!!??? HALLO????
Die Bäume und Büsche im Ihrhover Hammrich wurden mit der unsinnigen Ausrede zu einem großen Teil gefällt (bzw abgeschnitten), damit die Wiesenvögel vor dem bösen Mäusebussard oder anderen Greifvögeln geschützt sind. Und genau diese Wiesen sind inzwischen alle gemäht. Sieht da noch jemand einen Widerspruch???

Dann…
Die Felder hier im Hammrich sind in den letzten Jahren zum Teil als Spülfelder für den Emsschlick benutzt worden. Wenn diese Felder aufgegeben werden, sind sie voller Nährstoffe. Sie werden schnell wieder grün. Auch wachsen Kräuter und Disteln etc auf diesen Feldern.
Man konnte Kiebitze bei der Balz beobachten. Und Schwalben waren über diesen Wiesen am jagen. Das deutet auf viele Insekten hin.
Diese Felder müssen, bevor sie an den Verpächter zurück gehen wohl wieder bearbeitet werden.
Wann kann man das besser machen als…jetzt?!?
Auf genau diesen Felder, wo die Kiebitze am balzen (und sicherlich auch am brüten) waren, wo die Insektenvielfalt hoch war und die Schwalben jagten wurden eben mal schnell die Bulldozer und Bagger rauf geschickt. Jetzt sieht es dort so aus…

Mich ärgert das nicht, weil ich meinen Hund unbedingt frei herum laufen lassen möchte.
Mich ärgert das Verhältnis! Zuwiderhandlung   der Leinenverordnung, die in bestimmten Gebieten auch sinnvoll ist, kann bestraft werden, während zur gleichen Zeit riesige Flächen gemäht werden!
…und wenn der Landwirt das vielleicht  auch machen muss…warum werden dann die Exspülfelder ausrechnet jetzt mit dem Bulldozer bearbeitet? Diese Felder werden dieses Jahr nicht mehr bestellt…
Vor allem: Nachdem diese Wiesen gemäht wurden, werden sie auch teilweise  noch vergift …äh…ich meine gegüllt! Auf diesen totgegüllen Wiesen wächst nur noch Gras. Alles andere kann da nicht mehr wachsen. Auf den anderen Feldern wird dann irgendwann Mais oder Raps angebaut.
Monokulturen…auch toll…

Im Enddefekt geht es wie immer ums Geld. Da muss alles, was mit Natur zu tun hat, zurück stecken. Und wenn ich an Trump denke, wird das auch nicht besser werden.
Ich sehe echt schwarz!
Aber das ist ein anderes Thema…

Bei dem letzten Bild habe ich gerade gesehen, das eine Rabenkrähe Mitte links im Bild sitzt. Sie guckt sich sicher fassungslos die ehemals tolle Wiese an…

Kommentare (11) Schreibe einen Kommentar

  1. Hallo, Axel! Bei uns im Süden wird noch früher gemäht. Da geht es den Bodenbrütern und den Kitzen an den Kragen. Wir haben alle Hände voll zu tun mit der Kitzrettung. Ich habe einige Flächen gepachtet, die sehr spät gemäht werden.
    Gruss – Hubert

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  2. Hallo Axel, ja auch ich wundere mich über die Behandlung unserer Ressourcen. Wo wird das hinführen. Es scheint keine Weitsicht zu geben. Das Wirtschaften inklusive dem Denken an die Zukunft, war es jemals vorhanden?
    Wie wollen wir in 20 Jahren leben?
    Ist das Denken so: Nach mir die Sintflut?
    Viele ehemalige Wiesen sind in diesem Jahr zusätzlich zum Maisanbau umgepflügt worden. Jetzt sind die dort ehemals lebenden Tiere auf der Suche nach einer neuen Heimstatt, wenn sie denn überlebt haben.
    Wann macht sich der Mensch aus unseren Breiten auf. Das Menschen schon auf der Flucht sind und nicht nur vor dem Krieg ist bekannt.
    Wie wird sich der Kreislauf fortsetzten?
    Welche gibt es andere Lösungswege zum Leben?
    HG vd

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  3. Hallo Axel, über die ExSpülfeldbearbeitung habe ich mich Mitte/Ende April schon aufgeregt und bei der Unteren Naturschutzbehörde des Lk angerufen. Da wurde mir dann erzählt, dass die erste Brut schon läuft und vielleicht ja jemand diese Flächen abgelaufen sei!!? Wie unglaubwürdig ist das denn!
    Leider gibt es bei der Bearbeitung der Spülfelder Sonderregelungen, wahrscheinlich hat man vergessen, den Wiesenvögeln das früh genug mitzuteilen!
    Gruß Ulla

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    • Axel Book

      Hallo Ulla.

      Ich ärgere mich auch schon seid Wochen darüber.
      Was für eine unsinnige (dumme) Aussage von der unteren Naturschutzbehörde!!! Aber nach einigen Mails und Gesprächen
      mit denen erwarte ich von denen auch nichts mehr.
      Traurig…

      LG

      Axel

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  4. ich ärgere mich mit Dir über die rasierten Felder. Das ist ja wohl praktizierter Wiesenvogelschutz. Bäume und Büsche werden riegeros beseitigt, so im Holter Hammrich und auch im Jümmiger Hammrich. Zudem beobachte ich immer wieder, dass stattliche hohe Bäume gefällt werden, mit der immer gleichen lapidären Erklärung: Sicherheit Pilze o.ä. Hinzu noch das Gülle-Problem und die riesigen Maisfelder. Hat man da noch Lust, zum Beobachten rauszufahren?
    Tu es trotzdem, Deinem Hund zu Liebe.
    Herzliche Grüße
    Hinderk

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  5. Hallo Axel,
    hier erinnere ich an den Bericht vor einiger Zeit in der Zeitung, das Wiesenvogelsterben!
    Wer ist der Schuldige? „Natürlich der Fuchs, wer denn sonst“! Doch nicht der Mensch! Also Fazit, „Der Fuchs muss sterben“!
    Trauriger Gruß Uwe

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  6. Das ist wirklich traurig! Leider ein weiteres Beispiel für Umweltschutzmaßnahmen, die die eigentlich Verantwortlichen nicht treffen. Zum Glück scheint es zumindest bei manchen Bauern ein Umdenken zu geben. Bei uns im Ort hat einer in seinen Feldern Blühstreifen angelegt – das sorgt wissenschaftlich nachgewiesen für mehr Ertrag bei weniger Pestizideinsatz. Beim Verein Mellifera kann man ab diesem Jahr sogar Patenschaften für solche Flächen übernehmen und sehen, wo überall Landwirte mitmachen. Nicht die Hoffnung aufgeben!

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    • Axel Book

      Hallo Mirjam.

      Tja…nicht die Hoffnung aufgeben. Aber ich sehe wirklich ziemlich schwarz, was die Natur angeht…
      Aber schön, das bei Euch zumindest einige Bauern anfangen umzudenken.

      LG

      Axl

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