Gedanken zu sinkenden Vogelbeständen

Weltweit kennt man bis heute 11 121 Vogelarten, von denen 10 965 Arten noch leben. Noch…
Wie auch bei anderen Arten, zB den Insekten nehmen auch die Vogelbestände ab…
Auch hier in Deutschland.

Großer Brachvogel (Numenius arquata)

Es wird gebaut, wo es nur geht. Die Landwirtschaft güllt Wiesen tot und baut Monokulturen wie Mais an.
Neuerdings scheint es „in“ zu sein sich einen dieser häßlichen Steingärten „anzuschaffen“. Rasen mähen? Laub fegen? Unkraut? Viel zu viel Arbeit! Und wenn dann mal Unkraut auftaucht, wird dem gleich mit Gift zu Leibe gerückt. Ich kenne sogar Familien, die Insektengift in Sprühflaschen  zuhause haben. Damit werden dann schnell Fliegen angesprüht, die die Frechheit besitzen in die Wohnung zu fliegen. Das in dieser Wohnung neben der Familie auch Hunde leben und das versprühte Gift alle aufnehmen, daran wird nicht gedacht…

Wo nix wachsen kann, kann auch nichts Leben. Jede Pflanze hat Lebewesen, die von ihr leben. Wo nichts blüht, da kann auch kein Insekt auf der Blüte sitzen. Wo keine Insekten als Nahrung sind, da kommen auch keine Lebewesen vor, die diese fressen….und was immer wieder vergessen wird: Irgendwo in dieser „Nahrungspyramide“ steht auch der Mensch (Wenns nach ihm geht, steht er natürlich ganz oben).

Amsel (Turdus merula)

Aber nicht nur die Nahrung wird weniger. Auch die Habitate. Wir brauchen garnicht an den Regenwald denken, der immer noch vernichtet wird. Das fängt schon vor unserer Haustür an. Der Baum, der frecherweise im Herbst seine Blätter abwirft kann doch viel besser gefällt werden! Dann hat man praktischerweise auch im Winter gleich Brennholz!

Sanderling (Calidris alba)

Wo sieht man heute noch größere blühende Wiesen? Zumindest hier im Norddeutschen Raum nirgends mehr. In den Alpen mag es noch eine Magerwiesen geben…
Das Bild hier hat sich geändert. Wo früher blühende Wiesen waren, stehen heute Häuser, sind Parkplätze oder durch güllen vergiftete Wiesen.

Rotkehlchen (Erithacus rubecula)

Vor einigen Jahren schrieb der NABU mal, das in Zukunft viel von unseren Gärten abhängt. Hier könnten die Insekten und Vögel notfalls zumindest teilweise Ersatzhabitate finden. Aber wie schon Anfangs geschrieben sehe ich (zumindest hier bei uns) immer mehr Steingärten. Vor allem in den Neubaugebieten. Und eine kleine, akkurat kurz geschnittene Rasenfläche bringt auch nichts…

Knutt (Calidris canutus)

Auch Windparks sind ein Thema! Gerade in der Zugzeit lassen an solchen Parks viele Vögel durch Zusammenstöße mit den Rotorblättern ihr Leben. Sowas hören die Betreiber natürlich nicht gerne…Aber wer mal googelt, wird auf mehrere Untersuchungen stoßen, die eindeutig sind.

Saatgans (Anser fabalis)

Dann gibt es noch die Idioten, die Greifvögel abknallen, mit Fallen fangen oder vergiften:
Im letzten Jahr wurden zB. auch wieder mehrere Seeadler (Haliaeetus albicilla) abgeschossen. In Stade zB. wurde ein Seeadlerweibchen erschossen auf ihrem Horst gefunden. Was geht in solchen Schwachköpfen vor?????
Es müssen inzwischen Horste von Greifvögeln während der Brutzeit rund um die Uhr bewacht werden, damit nicht irgendwelche … den Nachwuchs und die Alttiere umbringen.

Steinschmätzer (Oenanthe oenanthe)

Der Star (Oenanthe oenanthe) steht hier in Deutschland inzwischen auf der Roten Liste. Noch gibt es viele davon. Aber der Bestand nimmt ab. Der Star wird in anderen Ländern bejagt. Im Mittelmeerraum stehen Fallen für ziehende Singvögel. Diese werden dann in Restaurants angeboten. Hier leistet das Komitee gegen den Vogelmord tolle Arbeit! Näheres hier

Star (Sturnus vulgaris)

Auch der Kiebitz (Vanellus vanellus) steht inzwischen auf der Roten Liste…

Kiebitz (anellus vanellus)

 

Türkentaube (Streptopelia decaocto)

Es wird langsam Zeit, das ein Umdenken einsetzt! Täglich sterben bis zu 150 Tierarten aus…

Sperber (Accipiter nisus)

Doch was kann man tun????????

Bei sich selbst anfangen!
Versuchen im Haushalt so wenig Chemie wie nötig zu verwenden. Plastik, wo es geht zu vermeiden (vor allem diese unsäglichen Plastiktüten!) Hier kann man zu diesem Thema einen älteren Blog von mir lesen.
Der eigene Garten! Hier kann man viel machen! Zu allererst NATÜRLICH auf Chemie verzichten! Im Rasen ruhig ein bisschen Unkraut lassen. Auch braucht der Rasen nicht unbedingt alle drei oder vier Tage gemäht werden. Brennesseln auch wachsen lassen! Mal abgesehen davon, das dies eine Heilpflanze ist, sind viele Schmetterlingsarten dankbar dafür, das wir sie stehen lassen. Brennnesselblätter und auch Löwenzahnblätter kann man auch wunderbar in seinen Salat packen. So fern auf Gift im Garten verzichtet wurde sind sie gesund, reich an Vitaminen und Mineralstoffen.

Gimpel (Pyrrhula pyrrhula)

In einer Gartenecke kann man zB, das Gras und die sogenannten Unkräuter wachsen lassen.
Es können Schmetterlings oder Insektenwiesen gesät werden. Diese gibt es im Handel für wenig Geld zu kaufen.

Hier ein paar Tips vom NABU.

Silbermöwe (Larus argentatus)

Vielleicht hat auch der eine oder andere Lust sich einen Naturgarten anzulegen. Siehe hier.

Ein Gartenteich bringt zusätzliches Leben in den Garten. Er braucht ja nicht groß zu sein. Vor einigen Jahren habe ich mir einen angelegt. Hier habe ich darüber berichtet.  Und es gibt täglich neues zu beobachten.

Uferschnepfe (Limosa limosa)

 

Uhu (Bubo bubo)

Und wenn ich „nur“ einen Balkon habe?
Auch hier kann man was tun! Blumen wachsen ja bekanntlich auch in Kübeln!
Zu diesem Thema möchte ich auch auf den Blog „Die Haselmaus“ verweisen. Hier kann man schöne Berichte zum „summenden Balkon“ lesen. Und hier kommt Ihr dorthin.

Sumpfmeise (Poecile palustris)

Im Garten und auf dem Balkon können Vögel gefüttert werden!

Blaumeise (Cyanistes caeruleus)

Es ist an der Zeit etwas zu tun!
Fangt bei Euch selbst an und redet mit anderen!

Rauchschwalbe (Hirundo rustica)

 

Bergfink (Fringilla montifringilla)

Zum Ende hin möchte ich noch einmal auf das Thema Landwirtschaft zu sprechen kommen.
Der NABU hat eine Aktion gestartet, die sich „Ja für eine bessere Landwirtschaft“ nennt.
Sie fordert den EU-Agrarkommissar Phil Hogan auf, die Agrarpolitik radikal zu reformieren und den Raubbau an Natur, Boden, Wasser und Klima zu stoppen.
Nehmt mit Eurer Unterschrift an dieser Aktion teil! Es kostet Euch nichts.
Hier gehts zu der betreffenden NABU-Seite.

Heckenbraunelle (Prunella modularis)

Übrigens ist eine Mitgliedschaft im NABU nicht teuer!

Der NABU tut viel für den Naturschutz. Das Geld ist also gut angelegt. Überlegt es Euch doch mal.

NABU

Waldohreule (Asio otus)

Soooo…das wars für heute.

Danke fürs Lesen und einen schönen 1. Mai!

Saatkrähe (Corvus frugilegus)

Kommentare (5) Schreibe einen Kommentar

  1. Hallo Axel,
    Du hast du völlig Recht mit Deinem Artikel. Aber wenn ich dann sehe, dass pünktlich zu Beginn der Brut- und Setzzeit ich meinen Hund an die Leine nehme, aber auf den seit mindestens zwei Jahren brach liegenden Spülfeldern in der Nähe des Ulenhoffs Raupenschlepper das ganze Feld umpflügen und vorgestern waren auf der anderen Seite zwei große Trecker dabei, das nächste Feld zu fräsen! Wie soll Otto Normalverbraucher das begreifen? Wie viele Gelege mögen da vernichtet worden sein!
    Darüber habe ich mich wirklich aufgeregt und die Naturschutzbehörde beim LK Leer angerufen, aber das hat wahrscheinlich alles seine Richtigkeit und für diese Flächen gibt es besondere Voraussetzungen. Sch…. auf die Wiesenvögel!
    Grüße von der bösen Ulla

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    • Axel Book

      Hallo Ulla.

      Ich stimme Dir zu! Das ist schon ein Ding, was da abläuft!
      Zumal da, wo die Hunde laufen nicht mal Gelege sind!
      Und wenn man bedenkt, wie viele Katzen im Hammrich rum streunen…
      Ich hätte noch zig Sachen schreiben können…
      Und der LK Leer sollte hier auch mal einschreiten. Aber von der unter Naturschutzbehörde unseres Landkreises erwarte ich eh nicht mehr viel. Habe da schon so einige Erfahrungen…
      Danke fürs Lesen und Deinen Kommentar!

      LG

      Axel

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  2. Lieber Axel, du sprichst mir aus der Seele! Erst gestern habe ich mich gefragt, wo eigentlich die ganzen Schnecken hin sind. Ich bin einen Weg gegangen, wo wir als Kinder bei Regen eher aufpassen mussten, dass wir auf keine drauf treten. Da fing ich auch an zu überlegen, wer alles von den Schnecken abhängt wie Vögel, Igel, Blindschleichen und Glühwürmchen. Dabei ist das dort keine Agrarwüste, sondern Streuobstwiesen mit viel Gebüsch und Wildwuchs. Wenn schon dort die Arten schwinden, wie ist es dann erst auf stark bewirtschaftetetem Land? Das macht schon nachdenklich, aber wie du sagst, ich denke auch, dass wir zumindest im Rahmen unserer Möglichkeiten alle etwas dagegen tun können. Und wenn es nur ist, eine Jutetüte statt der Plastiktüte zu nehmen.

    Liebe Grüße,
    Mirjam

    PS: Und Danke für’s Verlinken 🙂

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