Die Krötenwanderung

Seid einigen Wochen ist die Krötenwanderung im Gange.
Ein paar Infos…

Die Erdkröte (Bufo bufo) ist eine häufige Kröte und gehört zu den Echten Kröten.
Die Männchen werden bis zu neun Zentimeter groß, die Weibchen bis zu zwölf.
Erdkröten sind ein dämmerungsaktives Volk. Tagsüber ruhen sie unter Steinen, Holz, Laub oder in Gebüschen. Sie können sich aber auch selbst Erdlöcher graben.
Sie leben in Wäldern, halboffenen Landschaften, Gärten.
Zur Fortpflanzung benötigen sie Laichgewässer. Die Weibchen suchen für gewöhnlich die Laichgewässer auf, in dem sie geboren wurde. Dies ist der Grund ihrer Wanderung. Sie wandern von ihren Winterquartieren zu dem Laichgewässer.
Aber warum sieht man die Kröten immer huckepack auf dieser Wanderung?

Oben sitzt immer das Männchen. Nun könnte man vermuten, das das Männchen zu faul ist zum laufen. Und wenn man sich tragen lässt, ist es ja viel einfacher und gemütlicher! Bevor jetzt Alice Schwarzer anfängt sich aufzuregen…das geschieht aus anderen Gründen!
In vielen Erdkrötenpopulationen herrscht ein starker Männchenüberschuss. Teilweise drei zu eins und noch mehr. Wenn jetzt ein paarungsbereites Männchen ein Weibchen sieht, kletteret es auf deren Rücken und klammert sich fest. Denn…wenn man schonmal oben drauf sitzt, ist es für andere Männchen nicht mehr so einfach rauf zu kommen. Und wer hat der hat! 🙂
Andere Männchen werde mit Tritten abgewehrt. Übrigens werden auch andere Männchen immer mal wieder bestiegen. Die geben dann mit bestimmen Lauten kund, das sie dies ein Irrtum ist und sie das nicht so toll finden 🙂
Leider sind die Kröten auf ihren Wanderungen auch oft Opfer, sie werden von Autos überfahren.
Aus diesem Grund werden Zäune aufgestellt, oder auch Straßen gesperrt. Gerade in der Nähe von Gewässern kann eine starke Wanderung erfolgen. Wenn dort dann der Verkehr frei gegeben ist und es keine Zäune gibt, wäre das ein Massaker…solche Bilder erspare ich uns aber.

„Doppeldecker“ von oben…

Beim Laichgewässer angekommen wird der Laich in Form von Schnüren um Äste oder Wasserpflanzen gewickelt. Und die Entwicklung nimmt ihren Lauf…

Zwischen drei und fünf Jahre braucht ein Tier, um geschlechtsreif zu werden.

Die Lebenserwartung einer Kröte in freier Natur beträgt bis zu 12 Jahren. In Gefangenschaft ist eine Erdkröte schon mal 36 (!!) Jahre alt geworden.

Weitere Info zu aktuellen Krötenwanderung hier und hier.

 

 

Kommentare (10) Schreibe einen Kommentar

  1. Hallo Axel,
    ein sehr guter und gelungener und wichtiger Bericht. Die Frösche, da bin ich ja ehrlich, sind nun nicht meine besten Freunde aber es ist wichtig darauf hinzuweisen und wie wichtig es ist darauf zu achten. Auch ich achte darauf wenn möglich auszuweichen oder meide bekannte Straßen, auf denen Krötenwanderungen bekannt sind mit dem Auto zu befahren.
    Nice Weekend, Uwe!

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  2. Was für schöne Fotos von den eifrigen Wanderern! Das Männchen hat jedenfalls schon mal alles richtig gemacht 😉 Weißt du eigentlich, warum es bei den meisten Populationen einen so starken Männchenüberschuss gibt? Ist das schon bei den Jungtieren so oder entwickelt sich das erst?

    Liebe Grüße,
    Mirjam

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    • Axel Book

      Hallo Mirja.

      Ich habe leider keine Antwort darauf gefunden, warum es mehr Männchen gibt…würde mich auch interessieren.
      Danke für Deinen Kommentar.

      Schönen Sonntag!

      LG

      Axel

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  3. Der Frage musste ich nachgehen und habe ein interessantes Forschungergebnis gefunden (hier http://shop.laurenti.de/media/pdf-Dateien%20-%20neu/1994-01%20Kuhn%20-%20abstract.pdf). Für die Weibchen scheint das Laichen so kräftezehrend zu sein, dass viele noch im Laichgewässer vor Erschöpfung sterben. Wenn sie es überstehen, laichen sie wohl erst wieder ein paar Jahre später. So entsteht der Männchenüberschuss in der Population, der am Laichgewässer dann noch ausgeprägter ist, weil die Weibchen nicht jedes Jahr laichen.

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    • Axel Book

      WOW Mirjam.

      Vielen Dank für die Interessante Information!
      Sehr interessant!
      Irgendwie finde ich die ganze Art sehr interessant. Wenn man bedenkt, die Wanderung, das Ablaichen, dann die Entwicklungsstadien. Und die Tiere können ja auch über 10 Jahre alt werden. Müsste man sich mal genauer mit beschäftigen…

      LG und schönen Wochenstart!

      Axel

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  4. Mach weiter so, Du findest immer wieder Interessantes zu berichten. Auch diesmal sehr wichtig. DANKE.
    Hinni

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  5. sehr schöner Bericht mit vielen Informationen und vor allem gute Fotos – als Städterer sieht man dieses Ereignis sonst nicht

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