Die Feldholz-Wintereule (Conistra rubiginosa)

Dieses Jahr möchte ich in loser Reihenfolge Nachtfalter beschreiben. Den Anfang macht Conistra rubiginosa;  die Feldholz-Wintereule…

Conistra rubiginosa (Feldholz-Wintereule)

Der  11.03.2017 war ungewöhnlich! Den ganzen Tag Sonne, KEIN Regen und fast kein Wind. Dazu Temperaturen knapp über 10 Grad. Das musste ich ausnutzen. Also habe ich eine Köderleine in meinem Garten ausgelegt um Nachtfalter anzulocken. Ich hatte nur einen Besucher…aber immerhin. Es war eine Feldholz-Wintereule (Conistra rubiginosa)

Zuerst noch ein paar Worte zu dem Köder. Es handelt sich um eine Flasche lieblichen Rotwein, die mit 1kg Zucker aufgekocht wurde. Klebt tieeerisch das Zeug! In diese klebrige Masse habe ich ein Seil von ca. 1m Länge getaucht. Dieses Seilstück habe ich dann in meinem Garten ausgehängt. Den Geruch des Rotweines können die Falter bei leichtem Wind bis zu 30m, bei stärkerem Wind sogar bis zu 500m riechen. Und da die Falter keine Kostverächter sind und einen guten Tropfen zu schätzen wissen, kommen sie angeflogen. Sie landen auf dem Seil und fangen an zu saugen. Durch den Zucker ist die ganze Geschichte natürlich sehr süß, was den Falter auch zusagt. Gerade im spätem Winter, zeitigem Frühjahr ist das Nahrungsangebot aufgrund der fehlenden Blüten noch sehr bescheiden. Also fliegen die Nachtfalter gerne solche Köder an.

Nun zum eigentlichen Star dieses Beitrags:

Die Feldholz-Wintereule, die auch Schwarzgefleckte Wintereule genannt wird, gehört zu den Eulenfaltern (Noctuidae). Sie fliegt bereits im Herbst und überwintert dann als Falter. Ab Februar/März fängt dieser Falter dann wieder an zu fliegen. Die Feldholz-Wintereule wird, wie der Name schon verrät, zu den Wintereulen gezählt. Eine weitere Wintereule stelle ich Euch in meinem nächtsen Blogbeitrag vor.

Die Feldholz-Wintereule hat eine Flügelspannweite zwischen 31 und 37mm. Diese Art bildet eine Generation im Jahr. Die Raupen sind im Mai/Juni zu finden. Sie ernähren sich von Flieder, Apfelbäumen, Rosen, Zwetschge, Schlehe, Besenginster und Besenheide.
Verpuppen tut diese Art sich in einem Kokon unter der Erde.
Die Falter schlüpfen dann im August/September. Danach sind sie wenig aktiv, legen eine Ruhepause ein. Die Hauptflugzeit beginnt dann im Oktober und dauert bis in den Mai hinein. Im Winter ruht der Falter, allerdings unterbricht er diese Ruhezeit an milderen Wintertagen. Bei Temperaturen ab 2°C fängt diese Wintereule an zu fliegen. Sie saugt dann an Baumsäften. Im Herbst auch an Früchten oder Hagebutten. Im Frühjahr an Weidekätzchen.

…oder an einem Köder 🙂

Den Falter kann man auf den Bilder gut beim Saugen beobachten. Der Rüssel, den sie dafür natürlich brauchen, ist dann ausgerollt…

Der Falter ist auf der Oberseite grau/graubraun und hat schwarze Flecken. Dies dient der Tarnung. Es erinnert an altes zerlöchertes Laub…

Zu finden ist der recht häufige Falter in Laubwäldern, Mischwäldern, Parks und Gärten.

Kommentare (5) Schreibe einen Kommentar

  1. Hallo Axel,
    sehr interessanter Bericht und sehr gelungene Aufnahmen. Bin schon gespannt auf deinen nächsten Bericht.
    LG Uwe

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  2. Hallo Axel,
    habe Deinen interessanten Beitrag erst heute gelesen da mein Laptop zur Reparatur war.
    Bisher hatte ich von diesem Tierchen noch nix gehört und ich vermutete von der Überschrift her natürlich eine Eule!
    Du bist schon ein kleiner Schlauberger!
    Danke für die Belehrung Ulla

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