Warum verfärben sich die Blätter im Herbst?

Wie jetzt gerade unschwer zu erkennen ist, verfärben sich die Blätter im Herbst.
Doch warum ist das so?

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Zum Herbst hin werden die Tage kühler und auch kürzer. Dies ist für unsere Bäume und Sträucher das auslösende Signal die Blätter abzuwerfen. Sie bereiten sich so auf die wasserarme und kalte Jahreszeit vor.
Doch der Reihe nach…
Die grüne Farbe in den Blättern kommt vom Chlorophyll. Das Chlorophyll wird jetzt nicht mehr gebraucht, weil die Photosynthese aufgrund der kurzen Tage zurückgefahren wird. Dieser grüne Farbstoff ist für die Pflanzen jedoch sehr wichtig. Sie brauchen ihn zum Wachsen und Leben. Unter anderem auch, um im nächsten Frühjahr neue Blätter zu bilden. Deswegen ziehen die Pflanzen jetzt nach und nach diesen Farbstoff aus den Blättern zurück. Er wird dabei in kleinere Bestandteile zerlegt und in den Zweigen, den Stamm und den Wurzeln gespeichert. Durch den Abzug des grünen Chlorophylls kommen die anderen Farbstoffe langsam immer mehr zur Geltung. Das Blatt verfärbt sich. Diese Farbpigmente sind für die Pflanze aber nicht so wichtig.
Auch in rot belaubten Pflanzen (zB. der Rotbuche) ist dieser grüne Farbstoff enthalten. Hier überwiegt allerdings der rote Farbstoff.
Aber warum werden die Blätter überhaupt abgeworfen?
Es ist eine Anpassung an den winterlichen Wassermangel!
Die Pflanze verdunstet einen großen Teil des durch die Wurzel aufgenommenen Wassers über die Blätter. Sinkt die Temperatur, nehmen die Wurzeln immer weniger Wasser auf. Geht die Temperatur gegen null Grad, wird die Wasseraufnahme ganz gestoppt. Zum einen würde durch das Verdunsten des Wassers über die Blätter jetzt der Baum austrocknen, zum anderen würden in den Blättern das Wasser gefrieren und die so entstehenden Eiskristalle das Blatt zerstören.

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Ist das Chlorophyll aus dem Blatt abgezogen bildet sich an der Verbindungsstelle zwischen Blatt und Zweig ein Trenngewebe und eine Sollbruchstelle. Es kann kein Wasser mehr ins Blatt gelangen. Das Blatt trocknet aus und fällt ab. Gleichzeitig wird durch dieses Gewebe ein Schutz gebildet, der Krankheitserreger wie Bakterien oder Pilze vor dem Eindringen abhält.

Ich bin ja bekanntlich kein Herbst und erst Recht kein Winterfan…
Deswegen möchte ich diesen Beitrag mit einem Foto Anfang Juni dieses Jahes beenden…

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Kommentare (4) Schreibe einen Kommentar

  1. Auch wenn du kein Herbstfan bist: Deine Hetbstfotos sind wunderschön und deine Beschreibung der Herbstfärbung auch. Vielleicht liegt es daran, dass ich aus einer Weinbaugegend stamme und der Herbst sich bei uns etwas anders gestaltet als bei euch im hohen Norden, aber ich liebe den Herbst. Reife Früchte überall, der Duft nach Laub, die Herbstfarben und die goldene Sonne dazu – da zeigt sich die Natur doch noch einmal von ihrer schönsten Seite.

    Liebe Grüße,
    Mirjam

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    • Axel Book

      Hallo Mirjam.

      Es sind vor allem die kurzen Tage und die Kälte die mich stören 🙂
      Ich kann mir aber gut vorstellen, das der Herbst in einem Weinanbaugebiet schön aussieht.
      Hier sind leider oft sehr trübe, nebelige Tage zu dieser Zeit…

      Ich wünsche Dir ein schönes Wochenende!

      LG

      Axel

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