Ein paar Gedanken zur Plastiktüte…

…und zum Kunststoffmüll allgemein.

An den Kassen der meisten Läden liegen sie. Die Plastiktüten. Und sie werden in den meisten Fällen nur für diesen einen Einkauf genutzt. Danach landen sie dann im Müll. 90% aller Plastiktüten landen dort. Nur ein kleiner Teil wird recycelt.

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Wenn man so durch die Landschaft geht, fällt einen immer wieder auf, das viele Plastiktüten auch in unserer Natur landen. Und genau da liegt das Problem. Je nach Kunststoffart dauert es zwischen 100 und 500 Jahre, bis so eine Plastiktüte vollkommen zerfallen ist.

Laut dem Umweltbundesamt werden pro Kopf in Deutschland 65 Plastiktüten verbraucht. Jährlich ergibt dies zusammen ca. 5.3 Milliarden Tüten! Weltweit wird der jährliche Plastiktütenverbrauch  auf 1 Billionen Stück geschätzt!

Wenn man bedenkt, das die „Erfindung“ des Kunststoffes (ohne Vorgeschichte) auf das Jahr 1928 datiert, also noch nicht einmal 100 Jahre zurück liegt, und man weiß, wie lange es dauert, bis eben dieser zerfällt, hat man eine Vorstellung davon, wie viel Kunststoff inzwischen im Umlauf ist…

Und was noch dazu kommt: Jede Plastiktüte besteht zu großen Teilen aus Rohöl. Eine Ressource, die nicht unerschöpflich ist. Da der Ölverbrauch auch steigt, ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis die letzte Quelle erschöpft ist. Die einzelnen Angaben, wie lange wir noch fördern können, belaufen sich zwischen 50 und 100 Jahren.

Mit jeder Plastiktüte kommen wir dem Ende der Ressourcen also einen kleinen Schritt näher!

Aber jede Art von Plastikmüll ist ein Problem:

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Zitronen, Orangen? Im Plastiknetz eingepackt.

Paprika? In Plastik eingeschweißt.

Erdbeeren, Johannisbeeren, Himbeeren etc? In einer Plasikverpackung.

Letztens habe ich eine DVD-Box bekommen. Die Box war in Plastik eingepackt. Und jede einzelne DVD noch einmal extra. Was soll so ein Quatsch?

Viel vom Plastikmüll landet in unseren Meeren, vor allem in den Ozeanen. In den so genannten Meeresdriftströmungswirbeln sammeln sich Plasiktüten, leere Trinkflaschen etc an. Im Nordpazifik trägt einer dieser Wirbel schon den Namen „Großer Plastikmüllfleck“.

Bitte mal den folgenden Link anklicken, um einen Eindruck davon zu bekommen, wie sich der Plastikmüll auf unseren Meeren sammelt:

Plastikmüll

In den entlegensten  Winkeln der Erde ist inzwischen Kunststoff entdeckt worden.

Auch im Plankton ist Kunststoff nachgewiesen worden. Und da Plankton am unteren Ende der Nahrungskette steht auch in allen anderen Lebewesen. Auch beim Menschen. Wir nehmen diesen Stoff nicht nur durch die Nahrung auf. Auch wenn hier inzwischen Besserung in Sicht ist. In Zahnpasta wurde bis vor einiger Zeit auch Kunststoff verwendet. Und somit haben wir jedes mal, wenn wir uns die Zähne geputzt haben eine kleine Menge Kunststoff zu und genommen.

Die Gesundheitsgefahren dadurch sind noch nicht alle geklärt. Durch Kunststoffe und den darin enthaltenen Weichmachern kann Krebs ausgelöst werden. Allergien werden ausgelöst…

Durch Fischernetze strangulieren sich Vögel. Fische, Vögel und andere Meeresbewohner sterben einen qualvollen Tot durch mit der Nahrung aufgenommenen Kunststoff…

 

Was kann man tun???

Es ist nicht leicht, den Kunststoff heute zu entgehen.

Aber: Zum einkaufen kann man einen Stoffbeutel mitnehmen. Dabei spart man auch noch. Denn die meisten Plastiktüten kosten Geld.

Ware sollte, wenn möglich, lose gekauft werden. In einigen Großstädten gibt es inzwischen Läden, die nur noch Obst, Gemüse etc ohne Plastikverpackung verkaufen.

Plastikmüll bitte in den Müll und nicht in die Natur entsorgen!!!

Auch mit seinen Freunden, Bekannten über dieses Thema sprechen und darauf hinweisen, welche Probleme diese Thematik in sich birgt. Leider machen sich die meisten Menschen keine Gedanken darüber…

 

Dem geneigten Leser sei folgender Artikel ans Herz gelegt:

Plastikmüll in den Ozeanen

 

 

Kommentare (5) Schreibe einen Kommentar

  1. Danke, dass du mich mal wieder drauf aufmerksam machst! Ich ärgere mich auch regelmäßig über den ganzen Plastikmüll, der anfällt, wenn man sich nur was zu Essen kauft. Sogar auf unserem Bio-Bauernmarkt muss ich mich immer dagegen wehren, das Obst nicht in Plastiktüten gepackt zu bekommen. Dabei sind viele Früchte ja von Natur aus ganz gut verpackt. Ich versuche zumindest die Plastiktüten so oft wie möglich wieder zu verwenden oder als Müllbeutel zu gebrauchen. Aber davon wird der Müllberg auch nicht so viel kleiner.

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  2. Es ist erschreckend wie viel Plastikmüll wir produzieren.
    In meinem Privatleben achte ich darauf so wenig wie möglich Müll zu produzieren, bei der Arbeit jedoch ( ich arbeite in einem Krankenhaus), bleibt mir gar nichts anderes übrig als Tag für Tag Berge von Plastikmüll zu produzieren. Was mich erschreckt ist die Tatsache, dass die Mehrzahl meiner Kollegen sich über diese Müllberge keine Gedanken machen.
    Spreche ich jemanden darauf an, dass wir eine Verantwortung unserer Erde gegenüber haben, ernte ich oft nur Unverständnis.
    Alles ist doppelt und dreifach in dicker Folie eingeschweisst und ich muss das alles mitmachen. Die Alternative wäre meinen Job zu kündigen, ich befürchte nur, dass bei der Antragstellung für Harz 4 die Anträge auch eingeschweisst sind.
    Wie ist mir doch die Seele schwer ein Entrinnen ist ach so schwer.
    Trotz allem ist das Leben schön.
    Liebe Grüße
    Monika

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    • Axel Book

      Hallo Monika.
      Das ist mir auch aufgefallen. Die meisten Leute machen sich keine Gedanken darüber…:-(
      Und man wird komisch angesehen, wenn man sie darauf aufmerksam macht. Macht aber nichts! Einfach weiter darauf hinweisen. 🙂
      Und das mit den eingeschweißten Anträgen sag man lieber nicht so laut ;-.
      Wer weiß auf was für dumme Ideen die sonst noch kommen!

      Vielen Dank für Deinen Kommentar!

      LG

      Axel

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